ROLLEN – „mappingmuseum“



„Mapping museum – das Lauschen der Wände“ ist der Titel der Performance des Kollektivs „Fetter Fisch“ (Leitung: Cornelia Kupferschmid und Heike Kortenkamp), das den Neubau des Museums für das breite Publikum eröffnete. Feldforschung, sogenanntes Mapping (Kartografie) des eigenen Lebensraums, gehört zum künstlerischen Konzept der dreiköpfigen Gruppe, die sich schwerpunktmäßig dem Kinder- und Jugendtheater widmet. Dementsprechend haben sie im Rahmen des Modellprogramms „Kulturagenten für kreative Schulen“ 75 Schülerinnen und Schüler (der Geschwister-Scholl-Realschule, Uppenbergschule und Waldschule Kinderhaus) als Mitforschende beteiligt. Ein halbes Jahr lang gingen sie Räumen, Kunst und Geschichte des Museums auf den Grund. Den physisch geprägten Zugang der Kinder nahmen die Künstler zum Ausgangspunkt ihrer Performance, die, passend zum Konzept von Architekt Volker Staab, zwischenmenschliche Begegnung ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Die beiden Schauspieler, Cornelia Kupferschmid und Jan Sturmius-Becker, gehen es offensiv an, wenn sie mit ihrem Mikrofon durch Zuschauergruppen laufen und Fragen stellen, wie: „Sind Sie glücklich?“, „Glauben Sie an die Kunst?“, sogar: „Würden Sie sich mal auf mich draufstellen?“ Und das Publikum macht mit, beantwortet lächelnd Fragen, erwidert Umarmungen, tanzt mit ihnen durch den Raum. Selten hat man eine Museumseröffnung so persönlich erlebt – schön!